Print This Page zu Favoriten hinzufügen

Baukoordination

 

 

 

 

 

 

 

Was bewirkt Koordination von Bauarbeiten?

Gefahren am Bau und Kosten von Unfällen

Bauarbeiten zählen zu den gefährlichsten Tätigkeiten in der Berufswelt. Ständig wechselnde Arbeitsbedingungen, oft unter extremen Witterungseinflüssen und unter Zeitdruck, belasten die Bauarbeiter. Auf der Baustelle arbeiten meist zeitgleich mehrere Unternehmen in stets wechselnder Zusammensetzung.
Dabei können sie sich gegenseitig gefährden und müssen daher sinnvoll koordiniert werden. Zwei Drittel aller Arbeitsunfälle und etwa 60 Prozent der tödlichen Unfälle auf Baustellen sind auf Entscheidungen zurückzuführen, die vor Beginn der Arbeiten gefällt wurden. Sie sind entweder auf Fehler bei der Bauplanung, bei der Auswahl
der entsprechenden Ausrüstung oder auf Mängel bei der Baustellenorganisation und der Koordinierung der beteiligten Unternehmen zurückzuführen (Europäische Studie).
Die von europäischen Forschungsstellen durchgeführten Untersuchungen haben Folgendes ergeben:
  • 80 Prozent der Schäden an Bauwerken und der Mängel bei der Arbeitsdurchführung auf Baustellen sind auf Fehler in der Planung und Bauvorbereitung zurückzuführen;
  • nur 20 Prozent gehen auf Fehler bei der eigentlichen Ausführung zurück.
Fehler in der Planungs-, Organisations- und Ausführungsphase verursachen:
  • Qualitätsmängel (geschätzte Kosten von 15 Prozent des Umsatzes)
  • Arbeitsunfälle (geschätzte Kosten von 3 Prozent des Umsatzes)
Das Bauarbeitenkoordinationsgesetz hat zum Ziel, die Unfallzahlen und Ausfallzeiten – und die dadurch bedingten Folgekosten – zu senken.
Zusätzlich können Bauherren aus einer verbesserten Zusammenarbeit der bauausführenden Firmen unter Einbeziehung der Planenden erhebliche Kostenvorteile erzielen.
Diese Zusammenarbeit
  • steigert die Qualität des Bauwerkes,
  • optimiert Arbeitsabläufe,
  • ermöglicht präzise Bauzeitfestlegung,
  • lässt Kosten und Finanzierung exakter planen.

Broschüre Koordination von Bauarbeiten (1 MB) von der AUVA.

 

 

Näheres unter www.auva.at

 

 

Leistungsumfang Baukoordination lt. HOB:

Leistungen des Planungskoordinators:

 

 

Die Leistungen der Planungskoordination nehmen Einfluss auf sämtliche Planungsphasen gemäß der Honorarordnung der Baumeister (HOB).
1 Der Planungskoordinator sorgt dafür, dass bei Entwurf, Ausführungsplanung und Vorbereitung des Bauprojektes die allgemeinen Grundsätze gemäß § 7 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz eingehalten werden.
Dies betrifft insbesondere die architektonische, technische und organisatorische Planung, die Einteilung der Arbeiten (Bauzeitplan), die gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden und die Abschätzung der voraussichtlichen Dauer für die Durchführung der Arbeiten.
2 Der Planungskoordinator hat die Umsetzung der allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ASchG bei Entwurf, Ausführungsplanung und Vorbereitung des Bauprojektes zu koordinieren.
3 Weiters hat er einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, entsprechend § 7 Bauarbeitenkoordinationsgesetz auszuarbeiten.
4 Zudem hat er eine Unterlage für spätere Arbeiten, entsprechend § 8 Bauarbeitenkoordinationsgesetz, zusammenzustellen. Er hat darauf zu achten, daß der Bauherr die Inhalte des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanes und der Unterlage für spätere Arbeiten in der Planung berücksichtigt.


Leistungen des Baustellenkoordinators:


Die Leistungen der Baustellenkoordination werden als eigenständige Leistung erbracht.


Der Baustellenkoordinator hat zu koordinieren.

1 Die Umsetzung der allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz bezüglich der technischen und organisatorischen Planung, bei der Einteilung der Arbeiten, die gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden, bei der Abschätzung der voraussichtlichen Dauer für die Durchführung dieser Arbeiten sowie bei der Durchführung der Arbeiten,
2 die Umsetzung der für die betreffende Baustelle geltenden Bestimmungen über Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
3 die Überwachung der ordnungsgemäßen Anwendung der Arbeitsverfahren.


Der Baustellenkoordinator hat darauf zu achten, dass

4 die Arbeitgeber den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan anwenden,
5 die Arbeitgeber die allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz anwenden,
6 die auf der Baustelle tätigen Selbständigen den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan und die allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz anwenden, wenn dies zum Schutz der Arbeitnehmer erforderlich ist.

Der Baustellenkoordinator hat

7 die Zusammenarbeit und die Koordination der Tätigkeiten zum Schutz der Arbeitnehmer und zur Verhütung von Unfällen und von berufsbedingten Gesundheitsgefährdungen zwischen den Arbeitgebern zu organisieren und dabei auch auf der Baustelle tätige Selbständige einzubeziehen,
8 für die gegenseitige Information der Arbeitgeber und der auf der Baustelle tätigen Selbständigen zu sorgen,
9 den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan und die Unterlagen für spätere Arbeiten unter Berücksichtigung des Fortschritts der Arbeiten und eingetretener Änderungen anzupassen oder anpassen zu lassen,
10 die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit nur befugte Personen die Baustelle betreten,
11 die Informationspflichten im Sinne § 5 (4) Bauarbeitenkoordinationsgesetz und § 8 (4) ArbeitnehmerInnenschutzgesetz wahrzunehmen.

(HOB... Honorarordnung für Baumeister)

Zubau VS Rassach »
« LKH-Eingangszentrum Graz